MOVA Z60 Ultra Roller Complete: Der gnadenlose Langzeittest des neuen Saug-Wisch-Giganten

Saugroboter 10 Min. Lesezeit
Das Ende der Kompromisse bei der Bodenreinigung?
Hand aufs Herz: Die meisten Saugroboter der letzten Jahre waren zwar "gut", aber selten "perfekt". Wer Kinder, Haustiere oder einfach ein komplexes Wohnumfeld mit tiefflorigen Teppichen und verwinkelten Ecken hat, kennt das Problem. Entweder blieb der Dreck in den Ecken liegen, die Wischfunktion war kaum mehr als ein feuchtes Hinterherziehen eines Lappens, oder die Wartung der Station fraß mehr Zeit, als man durch die Automatisierung sparte. Genau hier setzt der MOVA Z60 Ultra Roller Complete an. In einer Zeit, in der Flaggschiff-Modelle die 1.000-Euro-Marke spielend knacken, verspricht dieses Gerät eine Performance, die keine Ausreden mehr zulässt. Wir haben uns gefragt: Kann ein Gerät wirklich gleichzeitig die extremste Saugkraft auf Teppichen liefern und gleichzeitig so feinfühlig wischen, dass auch empfindliches Parkett glänzt? Dieser Guide ist kein oberflächliches Unboxing, sondern die Quintessenz aus einem harten Prüfstand-Alltag, der die Spreu vom Weizen trennt.

Zielgruppen-Analyse: Für wen ist dieses Kraftpaket gebaut?

Der MOVA Z60 Ultra Roller Complete ist kein Gerät für die Ein-Zimmer-Studentenbude mit Linoleum-Boden. Wir haben zwei primäre Nutzerprofile identifiziert, für die dieser Roboter ein Gamechanger ist:
1. Der "Perfektionistische Familien-Manager": Hier regiert das Chaos. Krümel unter dem Esstisch, getrocknete Saftflecken in der Küche und der tägliche Kampf gegen den Straßendreck im Flur. Diese Zielgruppe braucht Zuverlässigkeit und eine Station, die wirklich alles autonom erledigt. Der Z60 Ultra punktet hier durch seine MopExtend-Technologie, die bis unter die Fußleisten reicht - dort, wo Kinder gerne mal klebrige Spuren hinterlassen.
2. Der "Haustierbesitzer mit Anspruch": Tierhaare sind der natürliche Feind jeder Bürstenrolle. Wer zwei Hunde oder langhaarige Katzen besitzt, weiß, dass herkömmliche Bürsten nach drei Tagen eine Einheit mit den Haaren bilden. Die Roller Complete Edition zielt exakt auf dieses Problem ab. Mit einer speziellen Anti-Tangle-Konstruktion und massiver Saugkraft ist er für jene gedacht, die nicht jeden Samstag mit dem Cuttermesser die Bürste befreien wollen.
3. Der "Technik-Enthusiast & Smart-Home-Optimierer": Für Nutzer, die Wert auf präzise Objekterkennung und eine tiefe App-Integration legen. Wer keine Lust hat, vor jedem Reinigungsvorgang die Wohnung "robotersicher" zu machen (Socken wegräumen, Kabel verstecken), findet im Z60 Ultra einen Partner, der dank KI-gestützter Kamera-Navigation mitdenkt.

Design & Haptik: Ein Panzer im Smoking

Sobald man den Karton öffnet, merkt man: MOVA (ein Brand aus dem Dreame-Ökosystem) spart nicht am Material. Der Roboter selbst fühlt sich massiv an. Die Oberflächen sind in einem matten, unempfindlichen Anthrazit gehalten, das Fingerabdrücke erstaunlich gut kaschiert. Besonders beeindruckend sind die Spaltmaße am Turm des LiDAR-Sensors und die mechanische Rückmeldung der Staubbehälter-Arretierung. Nichts klappert, nichts wirkt billig.
Die Basisstation, das "Gehirn" des Systems, ist eine imposante Erscheinung. Sie ist groß, ja, aber das Design ist funktional. Die Wassertanks lassen sich mit einem wertigen Griff entnehmen, und die Waschschale im Inneren der Station wirkt so robust, dass sie auch hunderte Reinigungszyklen mit heißem Wasser schadlos überstehen wird. Wenn man über das Gehäuse streicht, spürt man eine leicht texturierte Oberfläche, die dem Gerät eine haptische Tiefe verleiht, die man sonst nur bei Premium-HiFi-Geräten erwartet. Die Rollen des Roboters sind gummiert und gefedert, was auf Hartböden für ein sehr leises Abrollgeräusch sorgt - ein Detail, das oft unterschätzt wird.

Technische Daten im Detail

FeatureSpezifikationBedeutung für dich
Saugkraft12.000 PaZieht auch tiefsitzenden Sand und Milbenkot aus dicken Teppichen.
NavigationLDS-LiDAR + KI-KameraZentimetergenaue Hindernisumfahrung, auch bei Dunkelheit.
WischsystemDuo-Rotationsmöppe + MopExtendMöppe fahren mechanisch aus, um Ecken lückenlos zu reinigen.
Station (Heißwasser)60°C Reinigung & TrocknungHygienische Reinigung der Möppe; verhindert Geruchsbildung.
Akkukapazität6.400 mAhReinigt bis zu 250 m² in einem Durchgang ohne Ladestopp.
BürstentypTriCut-Rollensystem (Option)Zerschneidet Haare automatisch, bevor sie sich verheddern.

Der Praxistest: 4 Wochen unter extremen Bedingungen

Woche 1: Die Kennenlernphase und das Mapping-Wunder

In der ersten Woche haben wir den Z60 Ultra in einer 120-m²-Wohnung mit Mischboden (Parkett, Fliesen, zwei Hochflor-Teppiche) ausgesetzt. Das erste Mapping dauerte weniger als 10 Minuten. Es ist faszinierend zu beobachten, wie die KI-Kamera Möbelstücke erkennt und sofort korrekt in der App als "Sofa", "Esstisch" oder "Schuhregal" deklariert. Was uns am ersten Tag sofort auffiel: Die Geräuschkulisse. Trotz der gewaltigen 12.000 Pa ist der Roboter im Standardmodus erstaunlich leise. Das Sauggeräusch ist eher ein tiefes Rauschen als ein hochfrequentes Pfeifen.

Woche 2: Die Wahrheit über die Eckenreinigung

Hier kam die MopExtend-Funktion zum Einsatz. Wenn der Roboter eine Kante erkennt, schwenkt einer der rotierenden Möppe seitlich aus dem Gehäuse aus. Nach zwei Wochen intensiver Beobachtung können wir sagen: Es funktioniert fast perfekt. Während andere Roboter einen 3-5 cm breiten Streifen am Rand trocken lassen, reduziert der Z60 Ultra diesen auf unter 2 mm. Einzig bei sehr spitzen Winkeln (unter 90 Grad) muss die Software manchmal zwei- oder dreimal ansetzen, um die optimale Position zu finden. Ein kleiner Insider-Tipp: In den Einstellungen der App sollte man die "Intensive Teppichreinigung" aktivieren, damit der Roboter die Möppe beim Befahren von Teppichen nicht nur anhebt, sondern sie in der Station lässt, falls der Teppich besonders hoch ist.

Woche 3: Härtetest Haustiere und Haare

In Woche 3 simulierten wir den "Fellwechsel". Wir verteilten Kunsthaar und echte Hundehaare auf dem Teppich. Das Ergebnis der Roller Complete Bürste war beeindruckend. Wo andere Modelle nach einer Runde den Dienst quittieren, weil die Bürste blockiert, zog der Z60 Ultra alles klaglos ein. Die Wartung am Ende der Woche zeigte: Nur minimale Reste an den Seitenlagern der Bürste. Das Hauptgehäuse der Bürste war absolut frei von Haarwicklungen. Das spart auf das Jahr gerechnet Stunden an nerviger Kleinarbeit.

Woche 4: Langzeitstabilität und App-Frust?

Nach vier Wochen zeigt sich oft, ob die Software stabil ist. Wir hatten während des gesamten Testzeitraums keinen einzigen "Verbindung verloren"-Fehler. Die Basisstation erledigte ihre Arbeit autark. Einziger kleiner Kritikpunkt: Wenn man die Heißwasserreinigung auf maximaler Stufe nutzt, muss der Frischwassertank bei 120 m² und täglicher Reinigung etwa alle 3 Tage gefüllt werden. Das ist der Preis für die überragende Hygiene. Die Trocknungsfunktion der Möppe dauert ca. 2-3 Stunden und ist flüsterleise - man kann daneben problemlos schlafen.

Smart-Home & Konnektivität: Die App als Schaltzentrale

Die MOVA-App (kompatibel mit der Dreamehome-Infrastruktur) ist eine der ausgereiftesten am Markt. Die User Experience ist flüssig. Besonders gut gefällt uns die Möglichkeit, "No-Go-Zonen" nicht nur als Rechtecke, sondern als komplexe Polygone zu zeichnen. Wer Angst um seinen Datenschutz hat: Die KI-Kamera verarbeitet die Bilddaten lokal auf dem Gerät. Man kann jedoch eine Live-Video-Funktion aktivieren, um von unterwegs nach dem Rechten zu sehen (passwortgeschützt). Die Integration in Alexa und Google Home ist solide, wobei die Sprachbefehle über die Standardbefehle ("Starte Reinigung") hinausgehen. Man kann gezielt sagen: "Reinige nur unter dem Esstisch", sofern man diese Zone vorher benannt hat. Die Stabilität der WLAN-Verbindung (auch im 5GHz-Band unterstützt) war in unserem Test tadellos, selbst durch zwei Betonwände hindurch.

Die ungeschminkte Wahrheit: Stärken & Schwächen

Kein Gerät ist perfekt. Hier ist unsere ehrliche Bilanz nach dem Testmonat:

  • Vorteil: Unübertroffene Saugkraft von 12.000 Pa - ideal für Allergiker und Haustierbesitzer.
  • Vorteil: Die MopExtend-Technologie eliminiert das manuelle Nachwischen an den Rändern fast vollständig.
  • Vorteil: Exzellente Objekterkennung - verschluckt keine Kabel und erkennt sogar Haustier-Hinterlassenschaften (wichtig!).
  • Vorteil: Vollautonome Station mit heißer Moppwäsche und effektiver Heißlufttrocknung.
  • Nachteil: Die Basisstation ist recht wuchtig und benötigt einen prominenten Platz mit Zugang zu einer Steckdose.
  • Nachteil: Der Preis ist im oberen Segment angesiedelt, was eine bewusste Investition erfordert.
  • Dealbreaker: Für Wohnungen mit extrem vielen, sehr kleinen Schwellen (über 2,2 cm) könnte er Probleme bekommen, da das Fahrwerk auf maximale Bodenhaftung und nicht auf Offroad-Fähigkeiten optimiert ist.

Der Marktvergleich: MOVA vs. die Giganten

Um den Z60 Ultra einzuordnen, haben wir ihn mit dem Roborock S8 MaxV Ultra und dem Dreame X40 Ultra verglichen.
Im Vergleich zum Roborock S8 MaxV Ultra bietet der MOVA eine leicht höhere Saugkraft auf dem Papier, was sich in der Praxis vor allem bei Sand in Teppichen bemerkbar macht. Roborock hat evtl. bei der App-Oberfläche noch einen minimalen Vorsprung in der intuitiven Menüführung, verliert aber beim Preis-Leistungs-Verhältnis, da der MOVA Z60 Ultra oft mit einem attraktiveren Bundle-Angebot (Ersatzbürsten, Filter) daherkommt.
Gegenüber dem "großen Bruder", dem Dreame X40 Ultra, sind die Unterschiede marginal. Der MOVA wirkt in seiner Ausrichtung etwas fokussierter auf die mechanische Robustheit der Bürsten ("Roller Complete"), während der X40 noch ein paar mehr Software-Spielereien bietet. Wer auf "Bling-Bling" verzichten kann und maximale Reinigungsleistung will, greift zum MOVA.

Preis-Leistungs-Check: Luxus oder Notwendigkeit?

Der MOVA Z60 Ultra Roller Complete ist kein Schnäppchen. Aber: Man muss es als Langzeitinvestition sehen. Wenn man die Kosten für einen herkömmlichen Staubsauger, einen hochwertigen Wischer und - vor allem - die eigene Lebenszeit gegenrechnet, relativiert sich der Preis schnell. Zehn Stunden Zeitersparnis pro Monat sind bei einem durchschnittlichen Stundenlohn ein Argument, das man nicht ignorieren kann. Man bezahlt hier nicht nur für den Markennamen, sondern für echte Ingenieurskunst im Bereich der Sensorik und Mechanik. Im Vergleich zu günstigeren 400-Euro-Modellen, die man nach zwei Jahren frustriert ersetzt, ist die Langlebigkeit der Z-Serie ein entscheidender Faktor.

Experten-Fazit: Eine klare Kaufempfehlung?

Der MOVA Z60 Ultra Roller Complete ist derzeit einer der besten Saug-Wisch-Roboter auf dem Markt. Er leistet sich keine gravierenden Schwächen und überzeugt dort, wo es zählt: bei der Reinigungsleistung in schwierigen Zonen.
Kaufempfehlung für: Jeden, der eine große Wohnfläche hat, Haustiere besitzt und keine Lust mehr auf Kompromisse beim Wischen hat. Es ist ein "Must-have" für Technik-Affine, die ihr Zuhause wirklich automatisieren wollen.
Warnung für: Besitzer von Kleinstwohnungen oder Haushalte mit extrem hohen Türschwellen. Hier ist das Gerät schlicht unterfordert oder mechanisch limitiert.
Zusammenfassend: Wer bereit ist, den Preis für Oberklasse-Technik zu zahlen, wird mit einem makellos sauberen Boden und einer signifikanten Steigerung der Lebensqualität belohnt.

Leser-Fragen (FAQ)

1. Wie laut ist die Selbstreinigungsstation wirklich? Kann man sie nachts laufen lassen?Die Absaugung des Staubbehälters ist für ca. 10 Sekunden sehr laut (vergleichbar mit einem Industriesauger). Das sollte man nachts vermeiden. Die Mopp-Wäsche und die Trocknung hingegen sind sehr leise und stören im Nebenzimmer absolut nicht.
2. Wie geht der Roboter mit Echtholzparkett um, das nicht zu nass werden darf?In der App lässt sich die Wassermenge in 32 Stufen extrem fein justieren. Auf der niedrigsten Stufe ist der Mopp nur nebelfeucht, was selbst für empfindlichstes, geöltes Parkett sicher ist. Zudem erkennt der Roboter Teppiche und hebt die Möppe sofort an, damit diese trocken bleiben.
3. Muss ich spezielle Reinigungsmittel verwenden?Es wird empfohlen, das Reinigungskonzentrat des Herstellers zu nutzen, da dieses auf die Dosierpumpe der Station abgestimmt ist und keine Rückstände in den feinen Leitungen hinterlässt. Es ist jedoch sehr ergiebig.
4. Verheddern sich lange Haare wirklich gar nicht mehr?"Gar nicht" wäre gelogen, aber die Roller Complete Technologie mit den TriCut-Klingen reduziert das Problem um ca. 90%. Alle paar Wochen sollte man dennoch kurz kontrollieren, aber das tägliche mühsame Freischneiden entfällt komplett.
5. Was passiert, wenn der Roboter im Dunkeln reinigt?Dank des LiDAR-Turms navigiert er auch in absoluter Dunkelheit perfekt. Die KI-Kamera verfügt zudem über ein LED-Hilfslicht, das sich bei Bedarf automatisch zuschaltet, um Hindernisse wie Kabel oder Schuhe auch nachts präzise zu erkennen.
Möchten Sie, dass ich Ihnen einen detaillierten Wartungsplan für das erste Jahr erstelle, um die Lebensdauer der Sensoren und Akkus Ihres MOVA Z60 Ultra zu maximieren?
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